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Nico Kaufmanns gewichtigste Komposition ist sein Anfang der 1960er Jahre entstandener Liederzyklus für hohe Stimme und Klavier, der auf 17 Gedichten Hermann Hesses basiert.
In den Vertonungen
ist das dur-moll-tonale Gefüge aufgebrochen, indem
einzelnen Tönen eine zentrale Funktion zugewiesen
wird. Besonders offensichtlich ist dies in der
Nummer 10 mit dem Titel Meiner
Liebe. Während die Gesangsstimme auf
dem Ton h psalmodiert, bewegt sich der schlichte,
archaisierende Klaviersatz in fallenden Sekundschritten,
die immer wieder zum Ton h zurückkehren. Einzelne
Lieder basieren auf einer Zwölftonreihe, durch
die sie den dur-moll-funktionalen Raum verlassen.
Kaufmann unterwarf die Anordnung der 17 Lieder einer strengen Architektonik: Die Nummer 1 korrespondiert hinsichtlich des tonalen Zentrums mit der Nr. 17, die Nummer 2 mit der Nummer 16. Diese Symmetrie setzt sich fort bis zum im Mittelpunkt stehenden neunten Lied, das seinerseits von zwei Interludien für Klavier solo umgeben ist.
Dass der Liederzyklus mit einer Verzögerung von mehr als 30 Jahren erstmals im Druck erscheint, findet einzig Begründung in der diskreten Haltung des Künstlers im Umgang mit seinem eigenen Schaffen.
Die Erstveröffentlichung
wird im Anhang ergänzt durch die Vertonung Der
blaue Schmetterling
für tiefe Stimme und Klavier nach dem
gleichnamigen Gedicht von Hermann Hesse.
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